Potenzialvergabe

Österreichs Großunternehmen halten sich bei der aktiven Nutzung wichtiger Social Media Plattformen oftmals zurück - und vergeben damit wichtige Kommunikationspotenziale. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Meta Communication International. Im Fokus der Erhebung lag die Nutzung der fünf beliebtesten Social Media Plattformen (Facebook, StudiVZ, MeinVZ, Xing, Twitter und YouTube) von 20 ATX-Konzernen sowie 16 weiteren österreichischen Großunternehmen.

Bitter für Twitter

Obwohl Social Media entscheidende Vorteile bieten, werden sie in der unternehmensbezogenen Kommunikation oft übergangen. Helga Eder, Leiterin Medienanalysen bei Meta Communication International, steht dieser Situation kritisch gegenüber: „Social Media ist eine völlig neue Form der Kommunikation, die neben ‚normalen‘ Massenmedien zunehmend an Bedeutung gewinnt. Unternehmen, die neue Trends und Entwicklungen frühzeitig erkennen und die ein genaues Bild über ihre Reputation haben wollen, sollten sich damit auseinandersetzen." Besonders die Plattformen Twitter und YouTube würden von Großkonzernen unzureichend genutzt. Lediglich Red Bull habe sich in dieser Hinsicht wenig vorzuwerfen: Mit 80.000 YouTube Abonnenten und 35.000 Followers bei Twitter katapultiert sich das Unternehmen an die Spitze der Social Media Nutzer. Auch Swarovski, Bwin Interactive und Raiffeisen nutzen diese Plattformen beispielsweise zur Ankündigung von Neuigkeiten und Veranstaltungen.

Boomende Blogs

Im Gegensatz zu Twitter und YouTube ist die Präsenz nationaler Großunternehmen in bekannten Netzwerken wie Facebook, StudiVZ oder Xing erheblich größer. Dennoch werden die Potenziale der direkten Kommunikation nicht immer ausgeschöpft: Der Großteil der Konzerne ist derzeit noch in fremd initiierten Gruppierungen unterwegs. Auch Blogs werden von Unternehmen wie Austrian Airlines, Raiffeisen oder Telekom Austria verstärkt zur Imagepflege genutzt. Vor allem Firmen im B2C Bereich greifen gerne auf Social Media zurück um in Kontakt mit diversen Kundengruppen zu treten.

Strategielos

„Eine Social Media Strategie ist bei den meisten Unternehmen noch nicht zu erkennen, obwohl sie erhebliches Geschäftspotenzial in den Bereichen Personal, Marketing, Unternehmenskommunikation und den Beziehungen zu Investoren und Anlegern bieten", erläutert Eder. Viele heimische Konzerne lassen sich demnach noch strategielos im Netz treiben - stellt sich nur die Frage, wie lange.

 

Veröffentlicht am: 23.03.2010, 09:31 Uhr

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